Zur 3. Periode: Entwicklung der Belastungsintensitäten und der Gipfelbelastung

Mit zunehmender Dauer der Vorbereitung können zur motivationalen Stützung und zur besonderen Trainingsanpassung der Stoffwechselsysteme auch intensivere Methoden eingesetzt werden. Je nach Trainingszeiterfahrung, Zielsetzung und gesundheitlichem Status können hierzu das zügige Dauerlaufen, die extensiven und intensiven Fahrtspielmethoden, die Tempodauerläufe sowie die extensiven und intensiven Intervalltrainingsformen gehören. Über den gesamten Trainingszeitraum beanspruchen diese Trainingsformen bis zu 20 % des gesamten Trainingsumfanges.

Fahrtspiele:
Beim Fahrtspiel (schon 1930 von dem Schwedeb Gösta Holmér als fartlek eingeführt) spielst Du mit Deiner „Fahrt“, sprich mit Deinem Tempo bzw. Deiner Belastungsintensität und mit Deinen Belastungsumfängen. Die jeweils gewählten Laufintensitäten werden über längere Zeit oder Streckendistanzen kontinuierlich aufrechterhalten. Diese Variante des Ausdauertrainings dient insbesondere der Verbesserung der Kapazität des Kohlenhydratstoffwechsels.
Crescendoläufe:
Crescendo-Läufe stellen eine besondere Form des Fahrtspiels dar. Beim Wechsel unterschiedlicher Tempi wird die Geschwindigkeit von Abschnitt zu Abschnitt immer höher.

Intervalltraining:

Intervalltrainingsformen beinhalten sogenannte Wiederholungsläufe - angefangen von 100 m bis 5.000 Metern, je nach geplanter Wettkampfdisziplin. Um die Trainingsreize erfolgreich wirken zu lassen, nutze im Wechsel zu den neuen Intensitäten die Pausenintervalle nach dem Prinzip der „Vollständigen Erholung“ . Hierbei gehst oder läufst Du in den Pausenintervallen so langsam, dass sich Deine Atmung sehr beruhigen kann und sich Deine Herzfrequenz auf unter 100 min-1 zurückentwickelt hat.

Tempodauerlauf:

Wir empfehlen Tempodauerläufe in den Belastungsbereichen zwischen 75 % bis maximal 90 % durchzuführen. Hinsichtlich des ausgewählten Wettkampfhöhepunktes (auf die Streckenlänge bezogen) sollte der Tdl mit einer Dauer von 5 bis 45 Minuten durchgeführt werden. Hierbei bewegt sich dieser Belastungsbereich in den höheren Intensitäten in der Nähe der sogenannten anaeroben Schwelle. Ein gezieltes Training mit Intensitäten um 85% oder leicht darüber (Schwellentempo), dient dieses dazu, die anaeroben Schwelle nach oben zu verschieben.

Regenerative Methode:

Mittel- und langfristig sollte die passiven und aktiven Einheiten des regenerativen Trainings unbedingt ernst genommen und ohne wenn und aber realisiert werden. Es ist sinnvoll und wünschenswert, zur aktiven Regeneration auch andere Ausdauersportarten zu wählen, wie z. B. Inline-Skatern, Radfahren, Wandern, Schwimmen und Aquajoggen.
Natürlich sollten auch die passiven Regenerationsmöglichkeiten so weit wie möglich ausgeschöpft werden. Hierzu gehören u. a.: gesunder Schlaf, Entspannung, Massagen, ausgewogene Ernährung und adäquates Trinkverhalten, keine Genussgifte, positive Bewältigung negativer Stressoren.
Solltest an einzelnen oder mehreren Tagen eher ein Bedürfnis nach Erholung, denn nach Training bestehen, dann sollte diesen Signalen die entsprechende Reaktion und damit Regeneration folgen, auch wenn der Trainingsplan eine andere Sprache spricht.

Merke: Die Trainingspausen (Intervalle) stellen wie die Regenerationsmaßnahmen die eigentlichen Kunstgriffe eines professionell gestalteten Trainings dar. In ihnen findet quasi die Antwort auf den Trainingsreiz statt, d. h. sie leiten die positiven Anpassungen auf den Trainingsreiz ein. Die vorstehend aufgeführten Intervalltrainingsmethoden sollten nur auf der Grundlage einer gründlich stabilisierten Grundlagenausdauer durchgeführt werden.

Nicht nur die Beachtung der passiven und aktiven Regeneration und Kompensation (REKOM) machen Training erfolgreich, sondern auch das ausreichende Trinken und Essen vor, während und nach dem Training. Nach allen intensiveren Trainingsformen, die die Kohlenhydratverbrennung forcieren, sollten unmittelbar nach dem Training Kohlenhydrate zugeführt werden.