Grundsätzliche Anmerkungen zum Trainingsplan für Joggerinnen und Jogger, Dauerläuferinnen und Dauerläufer mit und ohne konkrete Wettkampfambitionen

Prinzipien:

Ø Vorliegende Kerngesundheit; bei vorhandenen Zweifeln bitte unbedingt eine ärztliche Klärung herbeiführen!
Ø In Anlehnung an die grundsätzliche ärztliche Empfehlung im Rahmen der Vorbeugung für Personen über 35 Jahre, eine medizinische Gesundheitsuntersuchungen durchführen zu lassen, raten wir grundsätzlich allen Interessenten und Teilnehmern, die in ein regelmäßiges sportliches Training einsteigen, zu einer aktuellen medizinischen Gesundheitsuntersuchung, einschließlich eines Belastungs-EKG`s. Bei bekannten gesundheitlichen Störungen, z. B. des Herz-, Kreislauf- und Bewegungssystems ist eine derartige Untersuchung zwingend erforderlich.
Ø Internistische und/oder traumatologisch/orthopädische Abklärung und erfolgreiche Behandlung bei bekannten oder auftretenden Problemen, z. B. bei Bluthochdruck, Herz-, Kreislauferkrankungen, Schmerzzuständen, Fehlstellungen der Beingelenke.
Ø Trainingspausen, ggf. Trainingsverbot bei infektiösen oder entzündlichen Erkrankungen, Sport- und Trainingsverbot bei fiebrigen Erkrankungen!
Ø Belastungsgerechter Lebensstil, d. h., genügend Schlaf, wenig Genussgifte (Tabak, Alkohol), bewusste Ernährung, positive Stressbewältigung.
Ø Ca. 80% des gesamten Ausdauertrainings sollte der Verbesserung und Stabilisation der Grundlagenausdauer gewidmet werden („Langsam(-er) schnell(-er) werden!“).
Ø Im Rahmen ökonomischer Leistungsverbesserung sollte auch die Schulung der Koordination und Technik von Haltung und Bewegung, insbesondere die Laufschule regelmäßig ins Training integriert werden.
Ø Das allgemeine und läuferspezifische Muskeltraining dient der dynamischen Stabilisation der Gelenke und des Rückens: Ggf. sollte es im Rahmen der Medizinischen Trainingstherapie (MTT) und/oder des Muskulären Aufbautrainings (MAT) als gezieltes Training bei Haltungs-schwächen oder Haltungsfehlern, bei Fehlstellungen und/oder Ausweichbewegungen der Beingelenke über längere Zeit regelmäßig durchgeführt werden.
Ø Die individuelle Trainingssteuerung richtet sich nach objektiven (Herzfrequenz, Atmung, Laktat) und subjektiven (Belastungsempfinden) Belastungskriterien, dem allgemeinen Gesundheitszustand und der täglichen Beanspruchungsfähigkeit. Sollte im Rahmen einer beliebigen Trainingseinheit eine ungewohnte körperliche und/oder seelische Ermüdung vorherrschen, dann sollten geeigneten erholenden Aktivitäten Vorrang gegeben werden.
„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!“ (SCHOPENHAUER)

Grundsätzlich ist das dargestellte Training auf weitestgehend gesunde Personen zugeschnitten. Wenn Zweifel am Gesundheitszustand bestehen, muss vorher ein Arzt konsultiert werden. Ab dem 35. Lebensjahr wird schon im Sinne der Prävention für alle eine medizinische Gesundheitsuntersuchung, die ein Belastungs-EKG beinhalten sollte, empfohlen. Diese sollte erst recht vor Beginn eines Trainings ernst genommen und durchgeführt werden. Bei latenten (versteckt, still verlaufend) und virulenten (ansteckenden) Erkrankungen und Fieber gilt zunächst Trainings- und Sportverbot. Nach ärztlicher Rücksprache können z. B. Spaziergänge in frischer Luft hilfreich sein. Wenn sich latente Erkrankungen z. B. durch

➢ ungewohnte Müdigkeit und/oder
➢ Antriebslosigkeit und/oder
➢ „schwere Glieder“ und/oder
➢ Gliederschmerzen und/oder
➢ Kopfschmerzen

bemerkbar machen, sollte auf Training und Sport ganz verzichtet werden. Der Zahnpflege sowie der Behandlung von Erkrankungen im Mund und Rachenraum sollte auch besondere Beachtung geschenkt werden. Nach blutigen Zahnbehandlungen sollte auch erst nach abgeschlossener Wundheilung trainiert werden.